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Wer telefoniert, fährt wie angetrunken

1.12.10

Auch mit Freisprechanlage sind die Reaktionszeiten verlangsamt. Telefonieren am Steuer ist in Deutschland nur mit Freisprechanlage erlaubt. Aber auch das ist nach neuen Forschungen ein hohes Sicherheitsrisiko. Laut einer Studie der Universität von Utah in Salt Lake City (USA) fahren Autofahrer, die telefonieren, genauso unsicher wie Angetrunkene. Die Psychologen Frank Drews und David Strayer sowie der Toxikologe Dennis Crouch von der University of Utah haben mit 25 Männern und 25 Frauen zwischen 22 und 34 Jahren Tests durchgeführt. Die Testpersonen mussten mal mit Handy, mal über Freisprecheinrichtung und mal mit einem Blutalkoholwert von 0,8 Promille im Fahrsimulator auf unerwartete Bremsmanöver ihres virtuellen Vordermannes reagieren. Das Ergebnis: Wer am Steuer telefonierte, fuhr in der Simulation etwas langsamer, bremste später und brauchte länger, um wieder anzufahren. Die Reaktion der Telefonierenden war damit ähnlich verlangsamt wie unter Alkoholeinfluss. Dabei spielte es keine Rolle, ob das Mobiltelefon direkt ans Ohr gehalten oder das Gespräch über eine Freisprecheinrichtung geführt wurde. Die Untersuchung bestätigte damit frühere Forschungen. Diese hatten gezeigt, dass die Ablenkung des Fahrers nicht in erster Linie auf die Bedienung des Handys zurückzuführen ist, sondern vor allem auf den Inhalt des Telefongesprächs. Es ist also auf jeden Fall ratsam, für ein Telefonat anzuhalten.